Montag, 28. Januar 2008

Klare Wahlverlierer

Leider ist es manchmal so, das eine Niederlage schwerer wiegt als ein offener Sieg. Dies machte in der Vergangenheit schon den Persern in den griechischen Kriegen zu schaffen. Heutzutage nennt man so etwas nach einem persischen König, der alles andere vom Glück gesegnet war: Pyrrhus!

Hier noch einmal die Geschichte dieses persischen Königs, der sich quasi mit seiner Politik selbst ein Bein stellte. Also erst einmal die Überlieferung -

König Pyrrhus besaß eine große mächtige Flotte und überfiel immer wieder Athen und Sparta. Eines Tages nun stellte er die griechische Flotte an der Straße von Korinth und versenkte sie bis auf das letzte Schiff. Da er es jedoch eilig hatte, segelte diesmal seine Flotte quer durch die Straße von Korinth, anstatt wie sonst um die Insel herumzufahren. Plötzlich versperrten beide Enden der Straße griechische Schlachtschiffe, die mit griechischem Feuer ausgerüstet waren. Von oben, aus den Steilhängen, schossen Bogenschützen schwere Brandpfeile auf die eingekesselte persische Flotte ab. Innerhalb weniger Stunden und kaum zur Gegenwehr fähig, war die persische Flotte versenkt. Und mit ihr auch König Pyrrhus, der in einer kleinen Schaluppe nach Hause gerudert werden mußte. Die nachfolgenden Jahre, nach diesem gewaltigen Sieg der Griechen über den sich siegreich haltenden König, wurden schwer für Persien und es wurde das erste Mal großflächig von den Griechen auch zu Lande geschlagen. König Pyrrhus und sein vermeintlicher Sieg jedoch wurden zum geflügelten Wort.

Der König Pyrrhus von Hessen trägt den wohlklingenden Namen Roland Koch. Und war wohl bis auf weiteres Ministerpräsident gewesen. So gut er auch bei seiner letzten Landtagswahl abgeschnitten hatte, so gemein war diesmal seine Niederlage. Volle 13,5% Verlust nach der letzten Hochrechnung. Und dann auch noch DIE LINKE im Landtags mit vertreten. Insgesamt kamen die LINKEn mit 5,1% in den Landtag. Dies entspricht ziemlich genau 6 Sitzen. Und damit sind sie das Zünglein an der Waage.

Auch wenn dies weder Frau Ypsilanti (SPD), noch Tarek al-Wazir (Grüne) gerne zugibt. Um regieren zu können, muß die SPD also entweder einen Pakt mit dem Teufel in Form der FDP und ihres farb- und namenlosens Gesichtes schließen oder aber doch DIE LINKE in eine vorübergehende Koalition aufnehmen. Bei Frau Ypsilanti gehe ich sogar ernsthaft davon aus, daß sie in eine Große Koalition einwilligt, wenn dafür der Vorzeigekönig Pyrrhus/Koch in die Wüste geschickt wird.

Die CDU hat also nun ein doppeltes Problem in Hessen zu bewältigen. Mit 0,1%, die sich faktisch nicht auf die Sitzverteilung auswirken, im Vorsprung, kann man keine Landespolitik machen. Nicht einmal zusammen mit der FDP würde es zu einer stabilen Regierung reichen. Frau Ypsilanti von der SPD kann also nur noch eine Minderheitsregierung machen, wenn sie die LINKE nicht als Ernst zunehmende politische Macht anerkennen will. Nur besteht dann das Problem, das sie keine handlungsfähige Regierung vorweisen kann. Der CDU blüht das gleiche Schicksal, da die Grünen/B90 erklärte Widersacher der konservativen, dummen Politik sind, seitdem Joschka Fischer in der Vergangenheit Umweltminister Hessens wurde - und die CDU ein Landtagsausschlußverfahren anleierte, um ihn nur wegen seiner Turnschuhe aus dem Landtag zu werfen. Die Grünen/B90 haben diese Intolleranz niemals vergessen.

Die Ära Roland Koch ist somit also schon innerhalb von 9 Jahren vorbei. Ein gutes Zeichen für Hessen. Aber ein sehr schlechtes für die Bundes-CDU. Nun steht fest, das man nicht einmal mehr mit einer Kanzlerin noch gute Politik machen kann. Der neue Landtag wird am 5. April diesen Jahres konstituiert. Bis dahin müssen die Koalitionsverhandlungen und Abmachungen gelaufen sein. Sonst kann es sein, das wir doch keinen König Pyrrhus mehr vor uns haben, sondern einen kleinen Adolf! Und solch ein politischer Alptraum sollte in jedem Fall verhindert werden.

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