Montag, 14. Januar 2008

Kommunisten, oder?

Manche Leute lernen es nie, manche nur unter Prügel!

Der hessische Wahlkampf scheint sich wirklich in etwas total anderes zu verwandeln, als von den daran beteiligten Parteien überhaupt gedacht. Meinte man ursprünglich, das die NPD zu einem Problemfaktor werden würde, stellt sich immer mehr heraus, das die im Moment das Land regierende Partei zum Übel wird.

Nun stellt sich heraus, das die Paranoia eines Herrn Koch doch nicht so ganz an den Haaren herbeigezogen ist, als gedacht. Innerhalb der LINKEn brodelt es. Nicht erst seit gestern, nicht erst seit Beginn des Wahlkampfes, sondern schon seit einiger Zeit. Dies hat nichts damit zu tun, das sich den ehemaligen attac-Verbänden, die in der WASG aufgingen, noch Antifa oder gar ernstzunehmende Kommunisten angeschlossen hätten. Dies war niemals das Problem. Eine Partei muß da durch.

Ironischerweise haben jedoch nun kommunistische Kader, die weder etwas mit der SED, noch mit attac zu tun hatten, die hessische LINKE übernommen. Nein, dies ist keine Ironie von mir, sondern leider eine kleine Lebenslektion. Ich kenne viele Mitglieder der Partei DIE LINKE mittlerweile persönlich und auch mir verschließt sich die Erkenntnis nicht eben, das es genau diese unverbesserlichen, unbelehrbaren Kommunisten sind, die nun meinen, sie müßten in DER LINKEn tonangebend sein.

Leute, denkt doch einmal nach! Dazu ist die DKP da. Wir brauchen euch nicht und eure Träume nach einem zweiten Honeckerregime unter der Führung des NPDlers Roland Koch. Richtig gefährlich wird es doch erst, wenn von ganz rechts außen stehenden linke Gedanken propagiert werden. DIE LINKE und hier ganz besonders Oskar Lafontaine, haben immer vor einer Überfremdung gewarnt. Ja, der Parteichef ging sogar noch weiter und warnte gezielt vor einer bestimmten Ausländergruppe. Dies war jedoch kein rechtslastiges Getümmel (nein, dort gibt es viele, die es genauso sehen), sondern einfach nur eine Stellungnahme zu der vorherrschenden Ausländerpolitik, die so herum vollkommen falsch ist.

Und wenn nun ein Mitglied der Partei DIE LINKE sich offen groß herauslehnt und sagt, das sich innerhalb der Partei faule Eier befinden, die von einer neuen Volksdiktatur träumen, werde ich schon hellhörig. Zumal mir durchaus Parteimitglieder bekannt sind (auch bei der SPD, leider!), die davon träumen, Honeckers Land des Friedens wieder aufzubauen.

Klar, Frau Ypsilanti ist für einen sozial denkenden Menschen genauso unwählbar wie Roland Koch. Aber DIE LINKE macht sich mit genau solchen Kadersprüchen wie Volksdiktatur gleichfalls unwählbar. Und ein grünes Hessen geht nicht, weil dann das Land innerhalb einer Legislatur total verarmt. Bleiben also nur die kackbraunen Arschkriecher, die lieber heute als morgen die Ausländer tot auf der Straße liegen haben möchten. Aber diese sind genauso unwählbar. Geht man jedoch gar nicht zur Wahl und versucht wenigstens ein wenig Einfluß zu nehmen, bleibt Roland Koch Ministerpräsident und wir haben dann ein noch viel größeres Problem.

Ich habe ja wirklich nichts dagegen, wenn sich ultrakonservative Verbände durch die letzten Attacken von MP Roland Koch genötigt sehen, auf diversen Hetzseiten im Internet für genau diesen Mann zu werben. Gleichfalls habe ich nichts dagegen, wenn die NPD MP Roland Koch zum Ehrenmitglied ernennen will. Aber für mich wird es dann schon ein wenig merkwürdig, wenn ein Spitzenkandidat der LINKE in den Medien sagt, das auf Wahlkampfebene nur noch kommunistische Kader am Wirken sind. Hat dieses Parteimitglied nicht genügend Rückgrat, offen die Namen derjenigen Kandidaten zu nennen, die offen mit der DKP kollaborieren?

Die alte SED, aus der die PDS hervorgegangen ist, schuf ein alles andere als kommunistisch angehauchtes Terrorregime. Wenn man wissen will, was wirklich Kommunismus ist, sollte man sich einmal 'Das Manifest' und 'Das Kapital' von Marx durchlesen. Und danach mal auf diesem Planeten schauen, ob man davon noch etwas findet! Das System in China ist ungefähr so kommunistisch eingestellt, wie das amerikanische Regierungssystem. Und um dies zu wissen, brauche ich nicht einmal ein Abitur. Wenn hier also DKPler in den Reihen der LINKEn aktiv sind, sollte man wenigstens so ehrlich sein, ihre Namen auch öffentlich zu benennen. Da die LINKE nicht für ein kommunistisches, sondern für ein wahrhaftig sozialistisches System einsteht. Nur wer dazu nicht in der Lage ist, den kleinen, aber feinen, Unterschied zu erkennen, sieht überall Kommunisten - wo vielleicht gar keine sind.

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