Sonntag, 13. Januar 2008

Nicht schon wieder ...

Der Todesstoß jedes deutschen Politikers waren stets die Medien. Ich kann ja verstehen, wenn Frau Ypsilanti unbedingt gegen Koch wettern muß und dann noch groß herausstreicht, das SIE niemals mit der Agenda 2010 konform lief. Es gibt da eine schöne Aufzählung ihrer Positionen in der heutigen Welt, die ich den werten Lesern nicht vorenthalten will.

Die SPD hat die Zahlung des Arbeitslosengeldes wieder verlängert.

Laut Andrea Ypsilanti war es schon immer ihre Position gewesen, das man die Laufzeit des ALG I auf den alten Werten belassen solle. Das sie nun zugibt, das sie eigentlich nur für eine zweijährige Zahlung des ALG I war und nicht, wie früher üblich einer 36monatigen Zahlung, ist doch schon ein Offenbarungseid.

[Die SPD] diskutiert eine Anhebung der Hartz-IV-Sätze, erwägt eine Änderung der Zumutbarkeitskriterien und findet immer neue Ausnahmefälle für die Rente mit 67.

Auch hier schreibt sich Frau Ypsilanti vollkommen unberechtigt diese Aussagen auf ihr Panier. Sie hat die Rentenregelung ab 67 nicht verhindern - sie hat sie aber auch nicht unterstützt. Hat sie dadurch gezeigt, das sie dagegen ist? Mitnichten. Sie hielt sich in der Rentenaltersfrage deutlich neutral auf und positionierte sich nicht weiter, da sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht Spitzenkandidatin der hessischen SPD war. Zu diesem Zeitpunkt schwieg sie - taktisch.

Auf die Hartz IV-Problematik habe ich sie damals höchstselbst angesprochen, als sie vom Landesverband an Stelle von Jürgen Walter zur Spitzenkandidatin nominiert wurde. Ihre Aussage damals war ungefähr folgendermaßen: Warum sollten diese Menschen mehr Geld brauchen? Sie brauchen einen Platz, an dem sie eine Ausbildung machen können, aber nicht mehr Geld. Die Gefahren sind zu groß, das sie dann noch mehr dem Alkohol verfallen, weil sie sich perspektivlos sähen. Zu den Zumutsbarkeitsregelungen habe ich sie dann nicht weiter befragt, nämlich Jemand, der so offen CDU-Politik vertritt, ist in meinen Augen unten durch.

Aber war es nicht so, das Frau Ypsilanti durch ihre Aussagen zu der müntefering'- und schörder'schen Agenda 2010 nicht so lange offen Widerstand leistete, bis der Hartz IV-Kanzler empfahl, diese Frau aus der hessischen SPD zu entfernen? Oder, falls dies nicht möglich sei, sie in irgendein kleines Büro, weit außerhalb der Partei zu verfrachten? Fakt hierbei ist jedoch, das der Hartz IV-Kanzler einst folgend über sie sprach:

Als „Frau XY“ kanzelte Gerhard Schröder sie einst ab, in einer Mischung aus Verärgerung und Geringschätzung.

Weil diese Frau, als sie gerade einmal im Landesverband angekommen war, sich anmaßte, humaner als der große Humanist Schröder zu sein. Man pinkelt seinem Parteichef nicht ans Bein, nur weil er die Partei an das Kapital verkauft. Man sollte wenn schon Marx Schriften kennen, bevor man, wie Frau Ypsilanti, vorschnell handelt.

Ich kann ihren Frust und ihren Neid sehr wohl verstehen. Aber Frau Ypsilanti hat bis heute noch nicht in der Partei zugegeben, wie sie den Landesvorstand davon überzeugte, SIE an Stelle von Herrn Jürgen Walter, als Spitzenkandidatin zu nominieren. Und man kann davon überzeugt sein, das Jürgen Walter wirklich der mit Abstand effektivste und bessere Spitzenkandidat für die SPD in Hessen darstellt.

Ps.: Gestern bekam ich vom OV der SPD aus meinem Heimatort 400 Flugblätter der Kandidatin für diesen Wahlkreis (51, glaube ich) zugestellt. Ich brachte sie noch heute Nacht an das Haus des OVVs zurück, da ich ja eindeutig aus der SPD ausgetreten bin. Gerade auch wegen einer solchen Kandidatin, wie sie Frau Ypsilanti darstellt. Mit dieser Frau kann man sich nicht identifzieren.

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