Manches Mal stellt sich mir die Frage, ob bei Mama Sozialdemokratie noch alle Rund laufen. Oder ob dort bereits der gelebte Neoliberalfaschismus Fuß gefaßt hat. Unter der Ägide eines Gerhard Schröder, dem dann schnell eine Ära des Don Müntefering folgte, wechselte die SPD vom sozialistischen ins konservative Lager. Auf Bundesebene machte man gewisse Blödheiten, um die Wählermitte mehr anzusprechen. Und vergaß dabei die eigentliche Klientel: Den kleinen Mann.
Aber wie es nun mal bei großer Parteipolitik üblich ist, spielt der eigentliche Kunde keine Rolle mehr, wenn man doch in anderen Gebieten bedeutend mehr abgrasen kann. Die 'Neue' Mitte in unserem Land war Mitte der Neunziger Jahre jene Bevölkerungsgruppe, die als freischaffend bezeichnet wird. Also Anwälte, Architekten und all jene, die einen kleinen Produktionsbetrieb mit mindestens vier Angestellten hatten. (Also nicht unter die arbeitsrechtliche Betriebsratsregelung fielen.) Diese Klientel sprach man bereits Anfang der Neunziger aktiv an und versuchte hiervon welche ins Boot zu holen.
Nur hatt diese Klientel der 'Neuen' Mitte ein kleines Wahrnehmungsproblem. Auf der einen Seite sahen diese Freischaffenden es als ihr Privileg an, sich privat versichern zu dürfen, kaum Geld in die Arbeitslosenversicherung einzahlen zu müssen und auch ansonsten mit ziemlich niedrigen Steuern zu leben, wenn man denn wußte, wie man seine Penunze am Staat vorbei lavieren konnte. Das alles war Usus. Standard.
Aber diese Kleinverdiener hatten auch eine dezidierte eigene politische Meinung. Zum einen stellten sie bis dieses Programm von Seitens der Mama Sozialdemokratie gestartet wurde, die feste Wählerschaft der FDP dar - Menschen eben, die Möllemann wie einen Heiligen verehrten. Egal, welchen Mist er gerade wieder baute. Zum anderen stellten sie auch einen festen Stamm der CDU-Wähler, die unbedingt ihre Felle im Trockenen behalten wollen. Diverse Querverbindungen zu den Grünen/B90 gab es auch, da man ja ökologisch leben und nicht die Natur ruinieren wollte. Und natürlich gab es diesen Stolz auf das, was man geschaffen hatte, zu dem der kleine Mann niemals fähig war.
Nun, diese Klientel begann langsam durch das Programm in die SPD einzusickern. Nach nur wenigen Jahren stellten sie bei den JuSos die ersten Leute, danach in den normalen Ortsvereinen. Und Stück für Stück arbeiteten sie sich die Hierarchie hoch, bis sie schließlich auch in den Landtagen präsent waren. Das war so ungefähr 1998. Das Jahr, in dem die Mama Sozialdemokratie zum ersten Mal seit sechzehn Jahren mal wieder eine Bundestagswahl gewann.
Da man grundsätzlich nicht davon ausgehen kann, das Neureiche blöde sind, nutzten sie die neu gewonnene Macht und natürlich auch ihren Einfluß auf Don Müntefering und den damaligen Kanzler. Es kam auch hier zu Querverbindungen, da einige echt gute Kontakte zu den Grünen/B90 hatten. Und damit begann die Infektion.
Die 'Neue' Mitte ist ein undankbarer Haufen. Als Oskar Lafontaine aus mehreren Gründen, unter anderem dem drohenden Hartz IV-Herumgekaspere, seinen Posten als Parteivorsitzender und als Finanzminister am 11. März 1999 hinwarf, brandmarkten ihn genau jene Personen aus der Mitte als einen Parteiverräter. Obwohl sie dabei beflissentlich übersahen, das Schröder, Müntefering, Struck und Sie die eigentlichen Parteiverräter waren.
Die SPD hatte sich also zur Mitte geöffnet, aber damit nichts gewonnen. Sondern mehr verloren als sie hätte gewinnen mögen. Der kleine Mann verarmte immer mehr, Dank der Hartz IV-Gesetzgebung, bekam aber in den Landtagen und im Bundestag keine Stimme mehr. Die SPD erließ Gesetze, die einen an eine Zeit vor 80 Jahren erinnerten, der zum Schluß eine blutige Ernte folgte. Niemand ist Stolz darauf, aber genau jene Politik wird nun unter einem neuen Mäntelchen wieder betrieben.
Und jetzt liegt der amtierende Bundesparteivorsitzende Kurt Beck mit einer schweren virulenten Grippe im Bett und kann sich nicht gegen die Auflösungserscheinungen seiner Partei wehren. Obgleich er durchaus begriffen haben dürfte, das es genau jene 'Neue' Mitte ist, die hier die Spaltung der Partei noch intensiver voran treibt. Andrea Nahles, die einst Don Münteferin gestürzt hat, zählt hierbei auch zur 'Neuen' Mitte in der SPD und ist beileibe keine Linke. Sie wird zwar dem linken Parteiflügel zugerechnet, aber eigentlich steht sie mittig neutral. Sie denkt halt nur entsprechend an sich.
Frau Ypsilanti ist auch so ein Fall. Sie hat bereits bei der hessischen CDU und FDP angefragt, um eine Koalition zu bilden und ist dafür auch bereit, die Anzeige vor dem obersten hessischen Gerichtshof zurückzuziehen, die die Bildungsgebühr betrifft. Sie denkt nicht einmal mehr dran, diese Studiengebühren abzuschaffen, da sie weiß, das dies nur mit DER LINKEn machbar wäre. Aber mit der will sie nichts zu tun haben, obwohl viele alte Parteikollegen, die wegen ihrem Treiben die hessische SPD verließen, dort hochrangige und gern gesehen Mitglieder sind.
Die SPD ist krank, wenn sie solchen Personen weiterhin eine Plattform bietet. Und der Virus 'Neue' Mitte wird die SPD auf kurz oder lang (aber wohl eher kurz) entscheidend spalten. Parteiverräter wie Beck, Nahles und Ypsilanti werden wohl kaum mehr eine Chance auf Regierungsmehrheit haben, wenn ein Viertel aller Landtagsabgeordnete im Bund bereitwillig aus der SPD aus und in DIE LINKE eintritt. Schon jetzt befindet sich Frau Ypsilanti in Zugzwang. Und sie würde eher eine Koalition mit Roland Koch eingehen, als mit alten Parteigenossen, die nun bei DER LINKEn sind, zum Gespräch zu laden.
Kurt Beck weiß, warum er krank spielt. Weil er ganz genau weiß, das seine Partei, ähnlich wie die FDP in Hessen, nun ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem hat. Zum einen kann er nicht billigen, das sich Frau Ypsilanti mit der FDP zusammen tut, andererseits riß er noch vor den beiden letzten Landtagswahlen so weit die Klappe auf, das eine Koalition oder auch nur Toleranz mit DER LINKEn mit einem hohen persönlichen Ehrverlust einher ginge. Und wie es der Wahlverlierer Naumann in seinem Brandbrief so schön ausdrückte: Ein solcher Parteichef darf niemals Kanzlerkandidat werden.
Diese Meinung teile ich auch, obwohl getretene Hunde selten die Wahrheit sagen. Hier ist nun klar, das die Mama Sozialdemokratie sich von dem Virus 'Neue' Mitte verabschieden muß, will sie wieder gesunden. Da nur die 'Neue' Mitte Angst vor DER LINKEn hat, da dort die wahren Sozialdemokraten sitzen. Und man längst keine sozialdemokratische Politik mehr betreibt, sondern etwas völlig anderes.
Das Boot ist voll. Nur hat es nicht Oskar Lafontaine mit seinem berechtigten Austritt damals versenkt, sondern die letzten drei Bundesparteivorsitzenden. Schröder bohrt das Boot leck, danach vergrößert Don Müntefering noch das Loch und schließlich reißt Kurt Beck die zerstörten Planken heraus, um das Schiff vom Sinken zu retten. Nur vergißt er dabei, das einige wenige kleine Löcher als Leckage von jedem Schiff ohne größere Befindlichkeiten verdaut werden können, aber der Abriß der halben Schiffswand unverweigerlich zum Untergang führt. Vor allem dann, wenn man sämtliche intelligenten und interlektuellen Menschen aus der Partei bewußt vergrault.
Das Antiserum gegen diesen Virus wäre ja auch sehr leicht zu finden. Nur dazu müßte man bereit sein, mit der Arschkriecherei bei den Konservativen und Neoliberalen aufzuhören und sich wieder um die Belange des kleinen Mannes kümmern - und eine feste, dauerhafte Koalition mit DER LINKEn bilden. Doch man hat Angst, die Medizin zu nehmen. Denn dann müßte man die Rufmordkampagne gegen Oskar Lafontaine stoppen. Und jenes stoppen würde zehnmal mehr Parteimitglieder der 'Neuen' Mitte fordern, als das momentane Herumgezappele. Die SPD ist am Ende. Nur hat sie noch nicht begriffen, das der Virus toxisch ist. Aber man sollte zumindest probieren, das Antiserum zu nehmen, denn noch kann man etwas retten. Auch wenn der Kahn letztlich doch absäuft.
Aber wie es nun mal bei großer Parteipolitik üblich ist, spielt der eigentliche Kunde keine Rolle mehr, wenn man doch in anderen Gebieten bedeutend mehr abgrasen kann. Die 'Neue' Mitte in unserem Land war Mitte der Neunziger Jahre jene Bevölkerungsgruppe, die als freischaffend bezeichnet wird. Also Anwälte, Architekten und all jene, die einen kleinen Produktionsbetrieb mit mindestens vier Angestellten hatten. (Also nicht unter die arbeitsrechtliche Betriebsratsregelung fielen.) Diese Klientel sprach man bereits Anfang der Neunziger aktiv an und versuchte hiervon welche ins Boot zu holen.
Nur hatt diese Klientel der 'Neuen' Mitte ein kleines Wahrnehmungsproblem. Auf der einen Seite sahen diese Freischaffenden es als ihr Privileg an, sich privat versichern zu dürfen, kaum Geld in die Arbeitslosenversicherung einzahlen zu müssen und auch ansonsten mit ziemlich niedrigen Steuern zu leben, wenn man denn wußte, wie man seine Penunze am Staat vorbei lavieren konnte. Das alles war Usus. Standard.
Aber diese Kleinverdiener hatten auch eine dezidierte eigene politische Meinung. Zum einen stellten sie bis dieses Programm von Seitens der Mama Sozialdemokratie gestartet wurde, die feste Wählerschaft der FDP dar - Menschen eben, die Möllemann wie einen Heiligen verehrten. Egal, welchen Mist er gerade wieder baute. Zum anderen stellten sie auch einen festen Stamm der CDU-Wähler, die unbedingt ihre Felle im Trockenen behalten wollen. Diverse Querverbindungen zu den Grünen/B90 gab es auch, da man ja ökologisch leben und nicht die Natur ruinieren wollte. Und natürlich gab es diesen Stolz auf das, was man geschaffen hatte, zu dem der kleine Mann niemals fähig war.
Nun, diese Klientel begann langsam durch das Programm in die SPD einzusickern. Nach nur wenigen Jahren stellten sie bei den JuSos die ersten Leute, danach in den normalen Ortsvereinen. Und Stück für Stück arbeiteten sie sich die Hierarchie hoch, bis sie schließlich auch in den Landtagen präsent waren. Das war so ungefähr 1998. Das Jahr, in dem die Mama Sozialdemokratie zum ersten Mal seit sechzehn Jahren mal wieder eine Bundestagswahl gewann.
Da man grundsätzlich nicht davon ausgehen kann, das Neureiche blöde sind, nutzten sie die neu gewonnene Macht und natürlich auch ihren Einfluß auf Don Müntefering und den damaligen Kanzler. Es kam auch hier zu Querverbindungen, da einige echt gute Kontakte zu den Grünen/B90 hatten. Und damit begann die Infektion.
Die 'Neue' Mitte ist ein undankbarer Haufen. Als Oskar Lafontaine aus mehreren Gründen, unter anderem dem drohenden Hartz IV-Herumgekaspere, seinen Posten als Parteivorsitzender und als Finanzminister am 11. März 1999 hinwarf, brandmarkten ihn genau jene Personen aus der Mitte als einen Parteiverräter. Obwohl sie dabei beflissentlich übersahen, das Schröder, Müntefering, Struck und Sie die eigentlichen Parteiverräter waren.
Die SPD hatte sich also zur Mitte geöffnet, aber damit nichts gewonnen. Sondern mehr verloren als sie hätte gewinnen mögen. Der kleine Mann verarmte immer mehr, Dank der Hartz IV-Gesetzgebung, bekam aber in den Landtagen und im Bundestag keine Stimme mehr. Die SPD erließ Gesetze, die einen an eine Zeit vor 80 Jahren erinnerten, der zum Schluß eine blutige Ernte folgte. Niemand ist Stolz darauf, aber genau jene Politik wird nun unter einem neuen Mäntelchen wieder betrieben.
Und jetzt liegt der amtierende Bundesparteivorsitzende Kurt Beck mit einer schweren virulenten Grippe im Bett und kann sich nicht gegen die Auflösungserscheinungen seiner Partei wehren. Obgleich er durchaus begriffen haben dürfte, das es genau jene 'Neue' Mitte ist, die hier die Spaltung der Partei noch intensiver voran treibt. Andrea Nahles, die einst Don Münteferin gestürzt hat, zählt hierbei auch zur 'Neuen' Mitte in der SPD und ist beileibe keine Linke. Sie wird zwar dem linken Parteiflügel zugerechnet, aber eigentlich steht sie mittig neutral. Sie denkt halt nur entsprechend an sich.
Frau Ypsilanti ist auch so ein Fall. Sie hat bereits bei der hessischen CDU und FDP angefragt, um eine Koalition zu bilden und ist dafür auch bereit, die Anzeige vor dem obersten hessischen Gerichtshof zurückzuziehen, die die Bildungsgebühr betrifft. Sie denkt nicht einmal mehr dran, diese Studiengebühren abzuschaffen, da sie weiß, das dies nur mit DER LINKEn machbar wäre. Aber mit der will sie nichts zu tun haben, obwohl viele alte Parteikollegen, die wegen ihrem Treiben die hessische SPD verließen, dort hochrangige und gern gesehen Mitglieder sind.
Die SPD ist krank, wenn sie solchen Personen weiterhin eine Plattform bietet. Und der Virus 'Neue' Mitte wird die SPD auf kurz oder lang (aber wohl eher kurz) entscheidend spalten. Parteiverräter wie Beck, Nahles und Ypsilanti werden wohl kaum mehr eine Chance auf Regierungsmehrheit haben, wenn ein Viertel aller Landtagsabgeordnete im Bund bereitwillig aus der SPD aus und in DIE LINKE eintritt. Schon jetzt befindet sich Frau Ypsilanti in Zugzwang. Und sie würde eher eine Koalition mit Roland Koch eingehen, als mit alten Parteigenossen, die nun bei DER LINKEn sind, zum Gespräch zu laden.
Kurt Beck weiß, warum er krank spielt. Weil er ganz genau weiß, das seine Partei, ähnlich wie die FDP in Hessen, nun ein gewaltiges Glaubwürdigkeitsproblem hat. Zum einen kann er nicht billigen, das sich Frau Ypsilanti mit der FDP zusammen tut, andererseits riß er noch vor den beiden letzten Landtagswahlen so weit die Klappe auf, das eine Koalition oder auch nur Toleranz mit DER LINKEn mit einem hohen persönlichen Ehrverlust einher ginge. Und wie es der Wahlverlierer Naumann in seinem Brandbrief so schön ausdrückte: Ein solcher Parteichef darf niemals Kanzlerkandidat werden.
Diese Meinung teile ich auch, obwohl getretene Hunde selten die Wahrheit sagen. Hier ist nun klar, das die Mama Sozialdemokratie sich von dem Virus 'Neue' Mitte verabschieden muß, will sie wieder gesunden. Da nur die 'Neue' Mitte Angst vor DER LINKEn hat, da dort die wahren Sozialdemokraten sitzen. Und man längst keine sozialdemokratische Politik mehr betreibt, sondern etwas völlig anderes.
Das Boot ist voll. Nur hat es nicht Oskar Lafontaine mit seinem berechtigten Austritt damals versenkt, sondern die letzten drei Bundesparteivorsitzenden. Schröder bohrt das Boot leck, danach vergrößert Don Müntefering noch das Loch und schließlich reißt Kurt Beck die zerstörten Planken heraus, um das Schiff vom Sinken zu retten. Nur vergißt er dabei, das einige wenige kleine Löcher als Leckage von jedem Schiff ohne größere Befindlichkeiten verdaut werden können, aber der Abriß der halben Schiffswand unverweigerlich zum Untergang führt. Vor allem dann, wenn man sämtliche intelligenten und interlektuellen Menschen aus der Partei bewußt vergrault.
Das Antiserum gegen diesen Virus wäre ja auch sehr leicht zu finden. Nur dazu müßte man bereit sein, mit der Arschkriecherei bei den Konservativen und Neoliberalen aufzuhören und sich wieder um die Belange des kleinen Mannes kümmern - und eine feste, dauerhafte Koalition mit DER LINKEn bilden. Doch man hat Angst, die Medizin zu nehmen. Denn dann müßte man die Rufmordkampagne gegen Oskar Lafontaine stoppen. Und jenes stoppen würde zehnmal mehr Parteimitglieder der 'Neuen' Mitte fordern, als das momentane Herumgezappele. Die SPD ist am Ende. Nur hat sie noch nicht begriffen, das der Virus toxisch ist. Aber man sollte zumindest probieren, das Antiserum zu nehmen, denn noch kann man etwas retten. Auch wenn der Kahn letztlich doch absäuft.