Montag, 14. Januar 2008

Koch's Gretchenfrage !!!

Es war einmal ein in seinem Bundesland verhaßter Ministerpräsident, der es immer allen Rechts machen wollte. Um das erste Mal Ministerpräsident seines Bundeslandes zu werden, verfolgte er die verlogene Strategie einer Unterschriftenaktion und lockte damit viele Rassisten auf das falsche Gleis. Damals hieß es: Wenn wir den Ausländern den Doppelpaß vorenthalten, können wir sie, im Falle ihrer Straffälligkeit doppelt so schnell ausweisen, wie mit! Und viele, viele Menschen unterschrieben, ohne zu merken, das dieser zukünftige Ministerpräsident damit die Politik der Grünen/B90 vertrat, aber nicht die seiner erzkonservativen Bagage, der er eigentlich angehörte. tatsächlich hätte der Doppelpaß der erleichterten Abschiebung dienen sollen. Aber wie schon immer in der Politik, es ist egal, wovon ich gestern gesprochen habe. Das, was ich heute tue, ist das Entscheidende.

Seine Wiederwahl verdankte unser lieber, und doch so verhaßter, Ministerpräsident dann mit einem alten Schulhoftrick - der Milchmädchenrechnung. Und diese funktionierte folgendermaßen bei ihm: Ich plane schon einmal im Voraus, wie viele Lehrer ich entlassen muß, um meinen Jahresetat im Gleichgewicht zu halten, damit ich weiß, wie viele neue Lehrerstellen ich meinem Wahlvolk (auch Stimmvolk genannt) versprechen muß, damit es mich wählt. Gleichzeitig mache ich auf die misserable Sicherheitspolitik in meinem Bundesland aufmerksam und rechne mir da schon aus, wie viele Polizeidienststellen landesweit geschlossen werden müssen, damit ich 40 Millionen €uro (Bimbes) für meine finanzstarken Freunde im FFMler Nordend abzweigen kann. Und er wurde wiedergewählt. Mit überragender, aber unverdienter Mehrheit. Sein leeres Versprechen mit der Bildungsinitiative plus erwies sich dann sogar noch als Pluspunkt für seine Landespolitik, ermöglichte es ihm doch, 2.500 Lehrerstellen, vornehmlich an den SPD-gehaltenen Gesamtschulen wegzurationalisieren. Diese Stellen sollten dann, um noch einmal zusätzlich Geld zu sparen, von Hartz IV-Empfängern ohne pädagogische Ausbildung besetzt werden.

Und dann kam die jetzige Landtagswahl. Und unserem verhaßten Ministerpräsident gingen die Themen aus. Zum einen, weil die politische Mitte (also die typische Scheiß-egal-Position) bereits von seiner heißgeliebten Kanzlerin besetzt war, zum anderen, weil diesmal die neue Partei DIE LINKE dabei war, das politische Spektrum neu zu definieren. Linkssozial wollte unser Ministerpräsident nicht stehen, dies wäre ja einem Verrat an seinen erzkonservativen Gesinnungsgenossen gleichgekommen. Also mußte eine Idee her, egal woher.

Zu seinem Glück wurde just zu Weihnachten ein Rentner in der münchner Ubahn überfallen und lebensgefährlich verletzt. Und nun hatte unser vielgehaßter Ministerpräsident sein Thema. Da die Täter noch nicht volljährig waren, griff er einfach einmal das Schlagwort Jugendkriminalität auf. Doch nun zeigte sich, wie vergeßlich unser vielgehaßter Ministerpräsident mittlerweile geworden war. Jugendkriminalität war in Hessen sowieso das Thema. Führte es nicht in der Kriminalstatistik alle anderen Bundesländer an. War es nicht dort schon immer, seitdem unser Ministerpräsident Ministerpräsident war, on Pole Position?

Schuld an der Misere war die untätige SPD fiel unserem verhaßten Ministerpräsidenten zur eigenen Ehrenrettung ein. Hatten nicht die bösen Sozen und Kommunistenschweine, die unter dem Mäntelchen der Sozialdemokratie in Hessen für Aufruhr sorgten, ihm nicht mitteilen können, das es falsch ist, innerhalb einer Legislaturperiode mehr als 1200 Polizistenstellen zu streichen? Oder das es verherrende Folgen für das Allgemeinwohl hat, 150 Richter früh zu verrenten, um später Geld aus dem Landessäckel zu sparen? Nein, es waren die Anderen alle dran Schuld. Nur nicht Ministerpräsident Roland Koch, der doch mit seiner einfachen Mehrheit gar nicht richtig regierungsfähig war!

Ministerpräsident Roland Koch machte sich also auf, die Lösung für all seine Probleme zu finden. Und er fand sie. Natürlich war es nicht die Jugendkriminalität allein. Wenn man es einmal genau betrachtete, waren es doch nur jene jugendlichen mit einem Migrantenhintergrund. Dies wurde nun der Aufhänger dieser Landtagswahl. Mit noch verherrenderen Folgen für den amtierenden, ach so verhaßten, Ministerpräsidenten. Schlauerweise war die Polizei im verfälschen von Kriminalstatistiken genauso gut trainiert wie die Ministerriege um Roland Koch. Und deshalb fand die Polizei auch sehr schnell heraus, das die meiste Jugendkriminalität nicht von den jugendlichen Migranten ausging (Gott bewahre, dies wäre ja die Wahrheit und die darf niemand erfahren), sondern ganz allein von den deutschen Jugendlichen, die immerhin 90% aller Straftaten verübten. [Ich gebe zu, an dieser Stelle machte sich bei mir leichte Verwirrung breit, bedenkt man doch einmal die Startaktion des Herrn Roland Koch, als er sich so vehement gegen den Doppelpaß aussprach. Klingelst?!]

Aber Ministerpräsident Roland Koch, der von allen so verhaßte, sitzt wieder fest im Sattel. Sogar sehr fest diesmal. Hat er nicht den Nachweis erbracht, das die neokonservative Denkweise automatisch zum Scheitern verurteilt ist? Hat er nicht bewiesen, das man, indem man an der ländlichen Sicherheitspolitik einspart, gerade zu solche Messerattacken wie die im FFMler Westend geradezu herausfordert? Und hat er nicht bewiesen, das es ihm gar nicht um die Bildung der ausländischen und migrantilen Mitbürger geht, weil er ansonsten nicht 2600 Lehrerstellen ersatzlos zugunsten der Bildungsinitiative plus gestrichen hätte.

Und so wird weiterhin die Mär des guten CDU-Politikers über das Land schallen und jeder Vollidiot oder kackbrauner Knallkopp wird dem Ruf folgen und den verhaßten Ministerpräsidenten erneut wählen. Obwohl er weiß, das sich die Zahl der Migranten, die zu Gewaltbereitschaft neigen, und unter 18 Jahren alt sind, dadurch proportional vergrößern wird. Sie werden alle entsprechend ungebildet sein und nur gebrochenes deutsch radebrechen können, wenn sie den einfachen kleinen, hessischen Bürger auf offener Straße abziehen und Geldbörse und Handy stehlen. Wenn man es nicht besser wüßte, könnte Ministerpräsident Roland Koch die Landtagswahl nur noch dadurch gewinnen, indem er eine Unterschriftenaktion für den Doppelpaß macht - um so die jugendlichen migrantilen Verbrecher endlich aus seinem Bundesland loswerden zu können - und mehr Polizisten als im Moment würde er dann auch nicht brauchen.

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