Freitag, 7. März 2008

`Das war's dann wohl ...

Parteikarrieren haben so etwas an sich. Man braucht Jahre, bis man es endlich in einen Landtag und in eine dortige Führungsposition geschafft hat. Und dann ruiniert die eigene freche und vor allem dumme Klappe innerhalb von zwei Sekunden die komplette Zukunft.

Frau Andrea Ypsilanti, hessische Partei- und Noch-Fraktionsvorsitzende, stolperte hier über mehrere Kleinigkeiten. Ich zähle sie hier mal auf, damit wirklich jeder sieht, welches dummes Kaliber im Moment die hessische SPD anführt. Mama Sozialdemokratie würde im Grabe rotieren, wenn sie sich zu damaliger Zeit mit solchen Deppen hätte herumplagen müssen.

Und hier die einzelnen Gründe, warum Frau Ypsilanti nichts anderes als scheitern konnte:

  1. Sei niemals bei einer Wahl davon überzeugt, das du sie gewonnen hast, obwohl die Zahlen das genaue Gegenteil aussagen.
  2. Spreche deine Koalitionsverhandlungen immer drei Wochen vor einer Wahl mit den möglichen Kandidaten ab. Damit stellt du sicher, das du in jedem Fall zum Ministerpräsidenten gewählt wird.
  3. Wirf vor der Wahl alle Münterfering-Freunde und ihre Seilschaften aus deiner Partei hinaus. Selbst wenn dies zur Folge hat, das dafür ganze Ortsvereine geschlossen werden müssen. Nur, wenn du wirklich alle Parteimitglieder auf deiner Seite hast, kannst du auch ehrlich gewinnen.
  4. Tätige niemals ein Wahlversprechen vor der Wahl, das du nicht halten kannst. (Hier mußt du insbesondere darauf achten, das du nicht etwas dem politischen Gegner versprichst, was du ihm gegenüber in jedem Fall einhalten mußt.)
  5. Kümmere dich mehr um die Landkreise, in denen du unbeliebt bist. (Hier als Beispiel: Mainz-Kastell, Darmstadt, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Frankfurt/Main Zentral.) Und sorge dafür, das die dortigen Ortsvereine sich hinter dich stellen, nicht hinter deinen innerparteilichen Herausforderer.
  6. Trenne dich immer vor einer Landtagswahl von deinem Vize-Fraktionsvorsitzenden und führe ein Parteiausschlußverfahren zur Sicherheit durch. Nur so gelingt es dir, intrigante und verräterische Herzen vom Leib zu halten.
  7. Bete jeden Tag zu Gott, das er Hessen von Roland Koch erlösen möge.
  8. Schicke deinen Sohn auf eine öffentliche Schule, nicht in eine nicht geförderte Privatschule.
  9. Lüge niemals den Bundesparteivorsitzenden über deine Pläne an, damit er dich auch nicht anlügt.
  10. Sei immer offen und ehrlich. Sorge dich mehr um andere, als um dich. Und lege vor einer Landtagswahl dein Landtagsmandat nieder, damit alle Welt sieht, wie rechtschaffend du doch bist.
Diese zehn Gebote sollten eingehalten werden. Weil sie die zehn marginalen Fehler waren, die Frau Ypsilanti gemacht hat. Da mir die Gehässigkeit in der hessischen SPD durchaus bekannt ist, sollte sie jetzt schon daran denken, bei Gelegenheit selbst ein Parteiausschlußverfahren zu erwarten. Nur wegen ihres niederträchtigen und verlogenen Benehmens dürfte sie nicht einmal von der LINKEn aufgenommen werden.

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