Donnerstag, 6. März 2008

Der nationale Neosozialismus

Ismusse sind nur gut. Weder für den Einen, noch für den Anderen. Nun hat sich jedoch gezeigt, das einiges in der deutschen Parteienlandschaft anscheinend doch schiefer läuft, als man gedacht hat. Oder man es hätte andenken können, sofern man in der Lage wäre, richtig zu denken. Ich gehöre gottlob zu jenen Personen, die richtig froh darum sind, das manche Politiker niemals das Denken lernen können. Und wenn sie sich noch so sehr anstrengenden.

Gester bei Plaßberg wurde mal wieder dem einfachen Bürger deutlich vor Augen geführt, wohin es gehen kann, wenn der Zug, wie er im Moment fährt, nicht schleunigst aufgehalten wird. Das Wort 'national' wurde mit Absicht verschwiegen. Aber bei Herrn Plaßbergs Verschwiegenheit kann man davon ausgehen, das es demnächst doch in einer seiner Diskussionsrunden auftaucht. Und dann auch noch bei der falschen Partei.

Das Deutschland mit einer Höllengeschwindigkeit auf einen bodenlosen rechtsradikalen Abgrund zurauscht, wurde gestern jedem Bürger klar gemacht, der noch ein wenig zum Denken fähig war. Das gleichzeitig auch Mama Sozialdemokratie zerpflückt wurde, stört nicht weiter, da die Gefahr vom rechten Rand durchaus bezeichnend ist. Immerhin nahm sich einmal die CDU in Hamburg das Recht heraus, mit der reichlich neokonservativen Schill-Partei (mit Richter Gnadenlos Ronald Schill) ihren jetzigen regierenden Bürgermeister auf den Thron zu hieven.

Wenn jetzt also die CDU sich massiv in eine Personaldebatte bei der SPD einmischt, das sie nicht einen solchen Fehler mit den LINKEn tun soll, bedeutet dies nicht, das man damit den politischen Gegner vor nicht wieder gutzumachenden Schaden bewahren will. Sondern viel mehr, das nicht wieder gutzumachender Schaden erst entsteht. DIE LINKE ist beileibe nicht das übelste, was einer Partei als Koalitionspartner einfallen könnte. Mit einer in den Bundestag gewählten DKP sähe es schon anders aus. Hier wäre eine Warnung vor Koalition durchaus angebracht. Aber so verwundert es wohl keinen, das sich hier nun der gelebte Konservatismus, der sich selbst in der Nachfolge von gewissen Geistesgrößen der deutschen Geschichte hält, beginnt selbst zu demontieren.

Die Glaubwürdigkeit der SPD lohnt sich nicht weiter zu hinterfragen, wenn die SPD das Problem hat, an seiner Führungsspitze zwei faule Eier und zudem noch eine Müntefering-Seilschaft sitzen zu haben. Der komplette hessische Landesverband müßte ausgetauscht werden, sofern denn noch jemand da wäre, der freiwillig noch eine rote Socke der SPD anziehen würde.

Das man innerhalb der hessischen CDU bereits wieder Träume träumt, die schon vor 75 Jahren zum Alteisen gehörten, ist in dem Moment nachvollziehbar, wenn man dabei nicht vergißt, das in der CDU solche aufrechte Landesverteidiger wie Ernst Filbinger gastierten und goutierten. Ist bei der CDU das Gedächtnis bereits so dünn, das man sich nicht einmal mehr an diesen Herrn erinnert? Oder doch nur daran, welch glühender Widerstandskämpfer er war?

Der nationale Neosozialismus wird von unserem Kanzler vorangetrieben. Mit den altbekannten Folgen. Hinteher will es mal wieder niemand gewesen sein. Aber spätestens dann, wenn die deutsche Verteidigung am Hindukusch ihren eintausendsten toten Soldaten fordert, der dann mit dem neuen 'Eisernen Kreuz' geschmückt in der Heimat in die Erde fährt, dürfte selbst der dümmste deutsche Konservative begriffen haben, das man Parteibücher nicht essen kann.

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