Deutschland kann sich glücklich schätzen. Noch nie, wirklich noch nie, waren so viele Menschen in einer ordentlichen Arbeit. Ordentlicher Arbeit? Die prozentuale Zunahme von sogenannten Niedriglohnjobs schlägt sich nun endlich eindeutig in der Arbeitslosenstatistik nieder. Unserem Kanzler Merkel sei Dank.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März um 110.000 auf 3.507.000 gesunken. Das waren 617.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg.Doch was bedeutet dies denn nun im Klartext: Eigentlich nur, das es inzwischen den Kombilohn, also staatliches Hartz IV zusätzlich zu den läppischen € 260, die man in einem solchen Job als Maximum nicht anrechenbaren Gehaltes behalten darf, doch gibt. Und die Bundesregierung, vor allem Arbeitsminister Scholz, sind wahnsinnig Stolz darauf.
Heißt dies doch nichts anderes, als das unsere werte Bundesregierung die Lohnsparpolitik ihrer Vorgängerregierung zugunsten der Industrie noch forcierter und gnadenloser umsetzt. Dies hat jedoch den rein statistischen Vorteil, das man nun genau weiß, wie viele Menschen in diesem Lande wirklich an der Armutsgrenze (oder darunter) leben. Hartz IV sei Dank!
Der Ausverkauf unseres Landes zugunsten einer kleinen Gruppe hat bereits begonnen. Nun zeigt sich endgültig, das die schrödersche Politik nicht einmal halb so schlecht war, wie vom Bürger wahrgenommen. Schnell wird dabei vergessen, das wir eine fühlbare Inflation haben, die sich mit monatlich gut und gerne 3% Preissteigerung fühlbar macht. Und dies, obwohl im gesamten EU-Raum gewaltige Milliarden-Euro-Werte frei verfügbar sind.
Ein Absinken der Arbeitslosenzahlen zeigt aber auch gleichzeitig, das eine Regierung mit menschenunwürdigen Maßnahmen tatsächlich in der Lage ist, die Wirtschaft anzukurbeln, in dem sie die Armut bei den Ärmeren noch mehr erhöht. Dafür gebührt ihr wirklich Respekt. Zudem zeigt es, das Sparen an der falschen Stelle durchaus günstig sein kann. Wichtig ist dabei nur, das die Staatsverschuldung weiterhin hochgetrieben wird.
Doch lassen wir einmal die Ironie dieser Erkenntnis außen vor. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein sehr reiches Land. Noch! Solange es die Bankenverwalter wollen. Solange Deutschland noch einen gewissen Lebensstandard mit überteuerten Lebensmittelpreisen und ungünstigen Krediten halten kann, ist alles in Ordnung. Wichtig hierbei ist nur, das die Politiker immer noch ihre Diäten in unbegrenzter Höhe und Dienstzeit bekommen. Egal, welchen Schwachsinn sie während ihrer aktiven Zeit treiben. Auch dies wäre noch verschmerzbar, wenn man den öffentlichen Mißbrauch von Geldern aus der Arbeitslosenkasse nicht noch als Spareffekt verkauft hätte.
Deutschland spart, wo es kann. Und mit den neuen Niedriglohnjobs wird ein System forciert, das Amerika dorthin brachte, wo es heute ist: Nur wenige Augenblicke vor dem absoluten Ruin. Man kann also den europäischen und vor allem den bundesdeutschen Politikern gratulieren. Deutschland wird, als Vasall Amerikas, genau den gleichen Weg bestreiten - und in Kürze zahlungsunfähig sein. Der Markt regelt sich selbst, sagt man. Aber nur dann, wenn es Löhne gibt, die nicht nur das überleben sichern, sondern das Leben. Und dies ist mit dem erneuten Absinken der Arbeitslosenzahlen nicht gewährleistet. Hungerlöhne gab es zu allen Zeiten. Nun werden sie zur Staatspolitik. Und schon aus der preußischen Kaiserzeit weiß man, das so ein gesundes Finanzwesen im Nu ruiniert werden kann - und dadurch Kriege notwendig werden, um wenigstens ein wenig Gewinn einzufahren. Von staatlicher Seite! Genau deshalb verteidigt Deutschland die Demokratie am Hindukusch. Um jetzt schon Teilhaber an der neuen Umverteilungspolitik die als Globalisierung verkauft wird zu sein. Hoch lebe unsere Politik. Aber die armen Schweine, die jetzt in Lohn und kein Brot kommen, können sich auch glücklich schätzen. Privatvermögen kann damit nicht geschaffen werden.
Sinkende Arbeitslosenzahlen bedeuten hierbei nur ein ansteigen der relativen Armut im Land. Und dies heißt gleichzeitig, das es den Industriellen und Millionären im Land niemals schlechter ging. Bei sinkender Steuerlast ein Grund zur Freude. Für alle! Oder etwa doch nicht?
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