Sonntag, 10. Februar 2008

Vorvergangenheitsbewältigung

Wir hatten dieser Tage im liebenswerten München (mit dem wohl schrecklichsten Flugbahnhof der Welt) die NATO-Sicherheitskonferenz. Diese war eigentlich dazu gedacht, politische Kontroversen zwischen den einzelnen NATO-Mitglieder so gering wie möglich zu halten.
Eigentlich!

Nachdem sich unser Bundesverteidigungsminister Jung (CDU), der ja so gerne von Terroristen gekaperte Zivilflugzeuge abgeschossen haben will, erfolgreich geweigert hat, mehr aktive Kampftruppen von Deutschland nach Afghanistan zu verlegen - und nun die 350 Mann starke Bundeswehrtruppe dort auf 1000 Mann dieser Tage aufgestockt hat - sollte man eigentlich meinen, diese Problemkuh wäre vom Eis.

Dummerweise haben wir Deutsche eine Geschichte, die direkt mit unseren konservativen Parteien direkt verbunden ist. Und nun ist klar, warum Bundesverteidigungsminister Jung solche Angst davor hat, das deutsche Volk am Hindukusch noch mehr Präsenz zeigen zu lassen. Man könnte ja auf den Gedanken kommen (vor allem wenn man die Arbeiten und Gesetze unserer aktuellen Regierung genauer betrachtet), das wir es hier erneut mit einem faschistischen Unrechtsregime zu tun haben. Und diesen Vorwurf möchte sich unser Bundesverteidigungsminister Jung nicht machen lassen.

Also hat er nichts dagegen, das Deutschland als Infiltrations- und Ausrüstungslager für diverse terroristische islamische Splittergruppen benutzt wird. Allein schon deshalb ist es relativ ungefährlich, wenn man als Regierung dem schon beinahe totalitär herrschenden Mr Erdogan ohne weiteres das Zugeständnis gibt, noch mehr türkischsprachige Schulen in Deutschland einzurichten und immer mehr reguläre deutschsprachige Schulen abzurichten.

Und nun gibt Bundesverteidigungsminister Jung also zu, das er nur Angst vor der Parteivergangenheit hat. Er hat Angst davor, als Nazi da zu stehen, wenn mehr deutsche Soldaten dort für die Freiheit der afghanischen Drogenbarone und die Abschaffung der Demokratie sterben würden. Immerhin beweist er an dieser Stelle, das er durchaus lernfähig ist. Steht Deutschland mit zum größten teil friedlichen Hilfseinheiten im Norden des Landes und hilft beim Aufbau der Infrastruktur, so wäre eine Teilnahme an den Kampfeinheiten im Süden und den dort immer wieder aufflammenden Kämpfen durchaus eine Gleichstellung mit den alten Naziverbrechen, die damals auch nicht dazu dienten, die Demokratie weiter zu verbreiten.

Wo steht also hier die CDU, wenn ihr wichtigster Mann, unser Bundesverteidigungsminister, an dieser Stelle durchaus sozialistische Gedankenzüge präsentiert und sich kategorisch, und zu Recht, weigert, weitere deutsche Truppen zu entsenden. Die Aufstockung des deutschen Kontingents auf das dreifache ist hierbei nur ein deutlich sichtbares Zeichen, das Deutschland nur das tut, was es wirklich tun muß. Und kämpfen gehört nun einmal nicht zu unserem Teil des Auftrages, den Deutschland nur deshalb akzeptierte, weil es nicht kämpfen muß.

Jetzt fordert Amerika also, das Deutschland Kampftruppen entsendet. Nur geht dies nicht, solange wir Deutsche ein Gewissen haben - und nicht bereit sind, sich von einer faschistischen Regierung in einen Krieg zwingen zu lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese faschistische Regierung diesseits oder jenseits des Atlantiks liegt. Nämlich eines kann man den Deutschen zugute halten: Im Vergleich zu den USA haben wir aus dem WK1 und dem WK2 durchaus etwas gelernt. Und in einem solchen Fall ist die Mitgliedschaft einer Kampforganisation wie der NATO absolut irrelevant, solange die von der UN verteilten Aufträge keine wirklichen Kampfaufträge für die Deutschen vorsehen. Und dies empfinde ich als gut.

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