Freitag, 22. Februar 2008

Verantwortungslos & machtgeil

Eigentlich bin ich ja kein Fan des Ministerpräsidenten Roland Koch. Aber hin und wieder kriegt dieser Mann es hin, das er einem unheimlich wird. Er hat zwar etwas mehr als dreitausendfünfhundert Stimmen mehr als die Mama Sozialdmeokratie zusammen bekommen bei der letzten Wahl, aber es macht keinen weiteren Eindruck auf den Wähler oder die im Land vorhandene Industrie.

Ganz davon abgesehen, das Roland Koch als der große Wahlverlierer absolut kein Problem damit hat, einen Wählerbetrug zu begehen, in dem er weiterhin nach der Macht im Bundesland strebt. Roland Koch ist ein wahrer Anheizer. Der Mann fürs Grobe in den Reihen der CDU. Gegen gelebten Konservativismus habe ich im allgemeinen nichts auszusetzen, sofern sicher gestellt ist, das damit nicht die Rechte unschuldiger Dritter gefährdet wird.

Roland Koch ist einer der ganz großen Gefährder in unserem Staat. Zwar gibt er einen guten Politiker ab (wer auf konservative steht, mag diese Meinung teilen), aber als Mensch hinkt er wegen seiner fahrlässigen Erziehung doch ein wenig hinter dem her, was man menschlich nennt. Ministerpräsident Roland Koch ist der typische Vorzeigemacho, den Mütter ihren Töchtern präsentieren, wenn sie vor einem bestimmten Archetypus von Mann warnen wollen.

Das Koch weiterhin davon träumt, weiterhin Hessen, wenn auch kommissarisch, zu regieren, darf man ihm nicht nehmen. Klar, er ist absolut der Traumtyp. Aber er war nie ein Träumer. das er ausgerechnet jetzt, nachdem er bei einer Landtagswahl mehr als 12% verlor, ins Träumen verfällt, obwohl ihn die Hessen nicht wollen, macht demnach also keinen Sinn.

Koch kann nur Regieren, wenn er bereit ist, DIE LINKE zu tolerieren und wenn jene bereit ist, ihn zu tolerieren. Ansonsten bekommt er nämlich keine einzige Mehrheit hin. Die Grünen/B90 unter Tarek al-Wazir hier in Hessen stimmen nämlich in den wenigsten Programmpunkten mit den seinen überein. Also kann er schon nicht einmal darauf bauen, das die Grünen, wie einst die FDP, frei- und vor allem mutwillig, der SPD in den Rücken fällt. Das farblose Nichts, das ihm jedoch von Westerwelle an die Seite gestellt wurde, reicht nicht aus, um die Mehrheit zu halten. Und mit einer Minderheitsregierung in einem Fünf-Parteien-Parlament übersteht Koch nicht einmal den ersten Mißtrauensantrag von Seitens der parlamentarischen Opposition.

Das es dem gelebten Konservatismus nur noch darum geht, sich in Hessen an der Macht zu halten und das man nun vor der anstehenden hamburger Bürgerschaftswahl umso mehr und umso öfter laut Kommunist schreit, ergibt gleichfalls Sinn. Hier ist die gelebte Machterhaltung Vater des Gedankens. Das man jedoch mit einem solchen Herumgekaspere wohl eher der LINKEN zusätzliches Stimmpotential verschafft, sollte man dabei bedenken. Sonst kann es in Hamburg dazu kommen, das Ole von Beust von den Landungsbrücken geworfen wird, weil er nicht einmal mehr das Potential für eine Minderheitsregierung auf die Reihe bekommt.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Die CDU ist, nicht nur landesweit, sondern bundesweit, wegen ihres Rechtsrucks während des hessischen Landtagswahlkampfes unwählbar geworden. In Hamburg weiß man dies schon. Nur ob es schon in Hessen angekommen ist, ist bei dem Verhalten von Herrn Koch sichtlich zu bezweifeln.

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