Montag, 11. Februar 2008

Scheinheilige Politik

Unsere Regierung hat Nerven - behauptet und beweist sie zumindest immer wieder.

Doch normalerweise erspare ich mir meinen Zynismus und bleibe bei den Fakten. Kürzlich erfuhr ich über einen Blog, den ich sehr gerne wegen seiner Objektivität und seinem blanken Sarkasmus in den Artikeln gerne lese, das unsere Bundesregierung wieder einmal ihre gewählte Genialität zur Schau stellen will. Da schon die BILD-Zeitung sich dieses Themas angenommen hat, komme ich nicht umhin, hier einmal mehr die Politik unserer Regierung darzustellen.

Wie man ja hört soll demnächst der bundesdeutsche Lottojackpot ein wenig erhöht werden. Also nicht mehr ein Maximum von 24 Wochen, bis der Gewinn dann verteilt wird, sondern ein endloses hoch und höher spielen. Wenn der Jackpot dann nicht geknackt werden sollte, darf ihn der Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in voller Gänze einsacken. Ist das nicht eine humane und wundervolle Neuregelung des Glücksspielgesetzes?

Alles begann eigentlich damit, das man der Glücksspielfirma bwin von Seitens der Bundesrepublik ihre uralte Spielgenehmigung, die noch aus DDR-Zeiten stammt, einfach aberkennen möchte und somit den kompletten Lottomarkt in die bewährten westdeutschen Hände legen. Glücksspiel an für sich ist in Deutschland schon seit Ewigkeiten verboten - es sei denn - dieses Glücksspiel wird vom Staat selbst veranstaltet. Sichtbar wird dies an der deutlichen Explosion von staatlichen Spielcasinos in den Bundesländern unseres schönen Landes.

Und nun soll also der Lottojackpot so weit erhöht werden, das er demnächst auch die 100 Millionen-€uro-Marke durchstoßen kann. Laut den Plänen, die man aller Ortens hört (also nicht nur in der BILD-Zeitung), soll dann 52 Wochen lang ausgespielt werden - und sollte in diesem Zeitraum der Jackpot nicht geknackt werden, so gehört dem Bundesfinanzminister alles - abzüglich 2 bis 5 Millionen €uro, die im Topf verbleiben sollen. Aber über diese Endhöhe wird man sich weder im Wirtschafts-, noch im Finanzministerium richtig einig.

Ich empfinde es als ziemlich scheinheilig, wie die deutschen endlos gierigen konservativen Politiker sich mal wieder auf Kosten des deutschen Steuerzahlers die Säckel füllen sollen. Da man aus dem Steinbrück-Ministerium merkwürdigerweise bei diesem Vorstoß nicht erfahren kann, welchem Verwendungszweck die dadurch eingenommenen €uronen zugeführt werden sollen. Es stellen sich hier also einige Fragen - die vorerst keine Antwort finden werden.

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