Freitag, 8. Februar 2008

Medienkrieg mit der Türkei

Es ist wieder so weit - Deutschland befindet sich im Meinungskrieg mit der Türkei. Die türkischen Hetzblätter wie 'Hürriyet' haben ihr Ziel erreicht. In Deutschland selbst herrscht bereits die Unsicherheit über die wahre Natur des ludwigshafener Großbrandes, bei dem einige Menschen getötet und andere zu Schaden kamen. Hier und hier habe ich davon berichtet.

Zu Vorwürfen der Zeitung Hürriyet, die Ludwigshafen als "Nest von Neonazis" bezeichnet hatte, sagte Schäuble am Donnerstag im RTL-"Nachtjournal": "Das ist eine Art von Journalismus, den kann man nur mit Empörung verurteilen. Wenn es Medien gibt, die solch unverantwortliche Hetze betreiben, muss man sich auch nicht wundern, dass das auch Konsequenzen hat."

Nun ist es wahrscheinlich irgendwelche Kritik an der Naziabstempelei von Seitens der türkischen Medien wider dem deutschen Volke läge irgendeine Berechtigung zugrunde. Andererseits sollte man schon den Mut haben, wie ein politischer Sprecher der Konservativen es sich getraute und sagen: "Wenn einem die Regeln in diesem Lande nicht gefallen, kann man doch gerne wieder in seine Heimat zurückkehren oder woanders hin auswandern." Ich weiß, das dies ein Konservativer aus Großbritannien sagte, als dort nun der Bischof von Canterbury gestern abend mit der Meldung kam, das man doch bitte schön die Scharia in Großbritannien einführen solle, um so den britischen Neubürgern mit Islamhintergrund die Assimiliation zu erleichtern.

Fakt ist, das sich unser Bundesinnenminister wacker in Ankara geschlagen hat. Wenn auch vergebens. Die türkischen Medien haben Deutschland schon vorverurteilt. Nicht auf Anweisung ihres Staatspräsidenten hin (so etwas würde dann ja Mainstreammedien bedeuten), sondern aus dem eigenen Bauch heraus. Die Vorverurteilung des deutschen Volkes, wie man es auch in einigen kritischen Kommentaren von so 'angeblichen linken' Blättern wie der Frankfurter Rundschau zu lesen bekam, hätte demnach nur wieder den Nutzen, entwedr von Deutschland Geld abzupressen oder gar dadurch eine beschleunigte Aufnahme in die EU zu erreichen.

Mal ganz ehrlich: Wieso kommt man hierzulande gleich auf die Idee, einer unberechtigten Vorverurteilung solche hehren Motive zu unterstellen? Kann es nicht eher sein, das die türkischen Moslems mit ihrer DIB mittlerweile Angst davor haben, das ihre geplante Islamisierung dieses Landes aufgefallen und bekämpft wird? Und kann es nicht eher auch der Fall sein, das sich nun eine Art geschlossene antideutsche Panik in der Türkei breit macht, nachdem der eindeutig schuldige Marco W. vom Gericht in sein Heimatland geschickt wurde?

Deutschland ist seit mehr als 30 Jahren Zahlmeister der Europäischen Union. Und daran wird auch ein solcher Großbrand wie der in Ludwigshafen nichts dran ändern. Ändern dürfte sich zukünftig nur ein Teil des Geldstromes via Aufbauhilfe in die unentschlossenen Gebiete jenseits des Bosborus, dessen Erschließung für die türkische Regierung (vor allem zur Zeit) nahezu unbezahlbar ist, da man ja im Nordiraq Kurden töten muß, um den Weltfrieden zu bewahren.

Das der Medienkrieg nun voll entbrannt ist, erkennt man daran, wie sehr sich die deutschen konservativen Politiker winden und verzweifelt die Schuld für dieses Desaster mal wieder bei der Integrationspolitik der Mama Sozialdemokratie anstatt bei ihrer eigenen Innenpolitik zu suchen. Doch als Deutscher ist man dies gewohnt, für einen Türken mag dies befremdlich sein.

Seit dem zweiten Weltkrieg hat das deutsche Volk ein Kollektivgewissen bekommen. Es würde also kein Deutscher mutwillig das Haus eines Migranten ohne weitere Begründung in Brand setzen. Und wenn ich mir dann die neueste Meldung ansehe, nach der im Keller des Hauses stümperhaft verlegte Stromkabel gefunden wurden, sollten sich die türkischen Medien ein wenig am Riemen reißen. Stellt sich heraus, das es türkisches Verschulden war, herrscht in Ludwigshafen Ausnahmezustand, da wir bürgerkriegsähnliche Verhältnisse bekommen werden, wenn die zu Unrecht gescholtenen deutschen Bürger in Notwehr reagieren. (Quasi dasselbe in grün, was die Moslems den deutschen Mitbürgern angedroht haben, wenn sich herausstellt, es war ein rechtspolitischer Anschlag.) Warten wir es ab - aber Präsident Erdogan sollte sich schon einmal auf eine formelle Entschuldigung beim deutschen Volk vorbereiten. Sicher ist sicher!

Anklagen mag vielleicht leichter sein, seine Verirrung zuzugeben ist jedoch um Längen schwerer. Und nur ein Staatschef, der wirklich in der Lage ist, objektiv zu sein und seine Schuld anzuerkennen, wenn er eine Vorverurteilung vorgenommen hat, verdient es von deutschen Politikern respektiert zu werden.

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