Da ich mich sehr oft im digitalen Blätterwald umsehe, bin ich manchmal echt erstaunt, zu welchen Schlußfolgerungen doch immer wieder unsere Moralapostel fähig sind. Vor allem dann, wenn die zugrunde liegenden Aussagen nicht von Soziologen, sondern Psychologen, kommen.
Eigentlich war ja die erste Gesundheitsreform dazu gemacht worden, um die Krankenkassen zu ent- und die Bundesbürger zu belasten. An für sich nichts gemeines, übles oder schändliches von Seitens der Parteien, die das entschieden, bevor sie sich nun handlungsunfähig durch eine Große Koalition machten. Immerhin haben wir bei der Gesundheitsreform III (um die es hier geht) die meisten Übeltaten ja unserer Ulla Schmidt und einem gewissen Herrn Seehofer zu verdanken. Da aber gleichzeitig der Grüne Gedanke zählt, nahm man es eigentlich nicht so wichtig.
Zuerst stellte man fest, kross gebackene Kartoffelstäbchen, Pommes Frites genannt, sind wegen einer Kohlenstoffverbindung schädlich für den Organismus. Woher diese ominöse Kohlenstoffverbindung denn nun kommt, ist unklar, da mittlerweile andere Ärzte wiederum herausgefunden haben wollen, das dieser Stoff von unserem Körper dringend gebraucht wird. Um freie Radikale auszuschalten. (Also nicht, um sie zu erzeugen, wie man fälschlicherweise in der ersten Studie annahm.)
Dann entdeckte man, das übermäßiger Alkoholgenuß nicht nur den Gehirnzellen irreparablen Schaden zufügt, sondern auch schädlich für die Leber ist. Also handelte man sofort und begann die Alkopops unsinnigerweise zu besteuern. Ok, das war nur halb so schlimm, immerhin wollte man ja nur die gewalttätige, migrantile Jugend schützen. Sie sollten ja bei klarem Verstand Rentner zusammen schlagen können.
Schließlich ging es ans Rauchen. Nun den Paß lieferten Frau Schmidt und der Herr Seehofer (war da nicht vor kurzem noch was mit dem?). So weit so gut. Innerhalb von einem halben Jahr machte die Regierung unseres Landes es spruchfest, das die momentane Antiraucherkampagne nicht weit genug ging. Immerhin hatte man den Rauchern schon verboten in öffentlichen Gebäuden (Gerichte eingeschlossen) und in gewissen Mitteklassenspeiserestaurants ihrem Genußtreiben nachzugehen.
Wie es der Teufel will - er steckt nun einmal im Detail. In den Niederlanden gibt es dieses Raumverbot schon seit zehn Jahren, das man dort nicht einmal mehr auf öffentlichen Plätzen rauchen darf, ohne sich gleich ein Knöllchen der wirklich süß anzusehenden Politessen einzufangen. (Hin und wieder springt so dann auch die Telefonnummer für einen One-Night-Stand raus.) Die niederländischen Ärzte haben nun folgendes festgestellt, nachdem die Antiraucherkampagne die gewünschte Wirkung gezeigt hat: Oh Gott, die Menschen leben, da sie gleichzeitig auch fettfrei leben müssen, länger. Ohne übermäßigen Alkoholkonsum, ohne fettes Essen, ohne Schokolade und ohne das schädliche Rauchen steigt die Lebenserwartung (auch bei langjährigen Rauchern laut Studie) um ungefähr 8 Jahre.
Also liegt ein Nichtraucher dem Staat 8 zusätzliche Jahre entweder als Rentner oder als Sozialhilfeempfänger auf der Tasche. Und dies ist nun wirklich schädlich für das Bruttosozialprodukt. Rechnet man dies nämlich auf eine Landesbevölkerung von 50 Millionen Menschen hoch (und ignoriert die Kollateralschäden wie Tote durch Autounfälle, weil der Fahrer besoffen war, oder ausgebrannte Häuser, weil ein Raucher rauchend in seinem Bett eingeschlafen ist), so ergibt sich ein Bevölkerungszuwachs an arbeitsfähigen, die weit über dem liegt, was der Staat verkraften kann.
Arbeitsfähige Nichtraucher würden den kompletten Staat in den Konkurs treiben. Einmal leben sie länger - sie erleben also eine längere Rentnerphase - zum anderem kommen sie nicht mehr durch Bagatellen wie Unfälle ums Leben. Für die Niederlande war diese Erkenntnis niederschmetternd. Der bereits aufgebaute Zuwachs an Rentengeldern und Krankenkassenersparnisbeiträgen würde innerhalb von nur zwanzig (sic!) Jahren vollkommen aufgebraucht und das Land ruiniert, da nun seine Bevölkerung im Durchschnitt länger lebt.
Dies war eine niederschmetternde Botschaft des niederländischen Forschungsinstituts. Das komplette Bruttoinlandsprodukt würde in zwanzig Jahren dazu aufgewendet werden müssen, sämtliche bis dahin lebende Rentner mit finanziellen Mitteln zu versorgen. Und dies nur, weil sie nicht mehr ihrer Krankenkasse auf der Tasche lägen, sondern nur dem Staat, der mit seinen Renten ein schönes Altersdarsein bewerkstelligte.
Die ersten Eingaben sind in den Niederlanden bereits gemacht, zumindest das Rauchverbot an öffentlichen Plätzen wieder aufzuheben. Ja, man denkt sogar daran, das Rauchverbot in den Cafés und Restaurant der Städte ebenfalls zu kippen.
Ok, aber was hat dies mit der Großen Koalition und der Gesundheitsreform zu tun?
Die Antwort liegt auf der Hand. Wenn innerhalb von zehn Jahren nach Einführung eines flächendeckenden Rauchverbots sicher ist, das die Lebenserwartung der Menschen proportional um 10% steigt, ist das momentane Rentensystem (vor allem jenes für Abgeordnete) nicht mehr zu bezahlen, da im gleichen Maße die alkoholbedingten Unfälle abgenommen haben. Wir haben also einen überproportionalen Zuwachs an lebender, nicht mehr zur Arbeit befähigten, Bürger im Land. Und zwar Bürger, die nach der Einführung von Hartz IV jetzt schon bedenkliche Ansprüche gegenüber dem Staat anmelden können.
Als man in der Gesundheitsreform beschloß an der europaweiten Antiraucherkampagne teilzunehmen, hat man wohl diese asoziale Nebenwirkung völlig außer acht gelassen oder sie gar vergessen, das nun die Menschen nicht nur gesünder sind (was einen Abbau der Ärtztekammern nach sich ziehen würde), sondern das sie auch länger leben, aber nicht unbedingt länger arbeitsfähig bleiben. Mit der Teilnahme an der Antiraucherkampagne hat sich also die Bundesrepublik vertreten durch ihre beiden Hauptparteien CDU & SPD eindeutig selbst ins Knie geschossen.
Mal sehen, ob nun eine Petition, die das Rauchen wieder im öffentlichen Raum fordert, Erfolg hat. Wenn ja, wird sich in diesem Land wohl schneller etwas ändern, als manche Leute glauben. Und der Rechtsfaschismus, der von der CDU ausgeht, wird sehr schnell ins Leere laufen. Nämlich der Tag ist nicht mehr fern, an dem der Schoppen Äppelwoi um die Ecke bereits zu einem strafbaren Akt wird.
Nur um es klar zu stellen - die Antiraucherkampagne würde Sinn machen, wenn die Menschen genügend vernünftig bezahlte Arbeitsplätze finden würden und nicht auf Hartz IV angewiesen wären. Da man in Jobs, bei denen man sich sowieso für einen Hungerlohn tot arbeitet, generell keinen Arzt bezahlen kann.
Eigentlich war ja die erste Gesundheitsreform dazu gemacht worden, um die Krankenkassen zu ent- und die Bundesbürger zu belasten. An für sich nichts gemeines, übles oder schändliches von Seitens der Parteien, die das entschieden, bevor sie sich nun handlungsunfähig durch eine Große Koalition machten. Immerhin haben wir bei der Gesundheitsreform III (um die es hier geht) die meisten Übeltaten ja unserer Ulla Schmidt und einem gewissen Herrn Seehofer zu verdanken. Da aber gleichzeitig der Grüne Gedanke zählt, nahm man es eigentlich nicht so wichtig.
Zuerst stellte man fest, kross gebackene Kartoffelstäbchen, Pommes Frites genannt, sind wegen einer Kohlenstoffverbindung schädlich für den Organismus. Woher diese ominöse Kohlenstoffverbindung denn nun kommt, ist unklar, da mittlerweile andere Ärzte wiederum herausgefunden haben wollen, das dieser Stoff von unserem Körper dringend gebraucht wird. Um freie Radikale auszuschalten. (Also nicht, um sie zu erzeugen, wie man fälschlicherweise in der ersten Studie annahm.)
Dann entdeckte man, das übermäßiger Alkoholgenuß nicht nur den Gehirnzellen irreparablen Schaden zufügt, sondern auch schädlich für die Leber ist. Also handelte man sofort und begann die Alkopops unsinnigerweise zu besteuern. Ok, das war nur halb so schlimm, immerhin wollte man ja nur die gewalttätige, migrantile Jugend schützen. Sie sollten ja bei klarem Verstand Rentner zusammen schlagen können.
Schließlich ging es ans Rauchen. Nun den Paß lieferten Frau Schmidt und der Herr Seehofer (war da nicht vor kurzem noch was mit dem?). So weit so gut. Innerhalb von einem halben Jahr machte die Regierung unseres Landes es spruchfest, das die momentane Antiraucherkampagne nicht weit genug ging. Immerhin hatte man den Rauchern schon verboten in öffentlichen Gebäuden (Gerichte eingeschlossen) und in gewissen Mitteklassenspeiserestaurants ihrem Genußtreiben nachzugehen.
Wie es der Teufel will - er steckt nun einmal im Detail. In den Niederlanden gibt es dieses Raumverbot schon seit zehn Jahren, das man dort nicht einmal mehr auf öffentlichen Plätzen rauchen darf, ohne sich gleich ein Knöllchen der wirklich süß anzusehenden Politessen einzufangen. (Hin und wieder springt so dann auch die Telefonnummer für einen One-Night-Stand raus.) Die niederländischen Ärzte haben nun folgendes festgestellt, nachdem die Antiraucherkampagne die gewünschte Wirkung gezeigt hat: Oh Gott, die Menschen leben, da sie gleichzeitig auch fettfrei leben müssen, länger. Ohne übermäßigen Alkoholkonsum, ohne fettes Essen, ohne Schokolade und ohne das schädliche Rauchen steigt die Lebenserwartung (auch bei langjährigen Rauchern laut Studie) um ungefähr 8 Jahre.
Also liegt ein Nichtraucher dem Staat 8 zusätzliche Jahre entweder als Rentner oder als Sozialhilfeempfänger auf der Tasche. Und dies ist nun wirklich schädlich für das Bruttosozialprodukt. Rechnet man dies nämlich auf eine Landesbevölkerung von 50 Millionen Menschen hoch (und ignoriert die Kollateralschäden wie Tote durch Autounfälle, weil der Fahrer besoffen war, oder ausgebrannte Häuser, weil ein Raucher rauchend in seinem Bett eingeschlafen ist), so ergibt sich ein Bevölkerungszuwachs an arbeitsfähigen, die weit über dem liegt, was der Staat verkraften kann.
Arbeitsfähige Nichtraucher würden den kompletten Staat in den Konkurs treiben. Einmal leben sie länger - sie erleben also eine längere Rentnerphase - zum anderem kommen sie nicht mehr durch Bagatellen wie Unfälle ums Leben. Für die Niederlande war diese Erkenntnis niederschmetternd. Der bereits aufgebaute Zuwachs an Rentengeldern und Krankenkassenersparnisbeiträgen würde innerhalb von nur zwanzig (sic!) Jahren vollkommen aufgebraucht und das Land ruiniert, da nun seine Bevölkerung im Durchschnitt länger lebt.
Dies war eine niederschmetternde Botschaft des niederländischen Forschungsinstituts. Das komplette Bruttoinlandsprodukt würde in zwanzig Jahren dazu aufgewendet werden müssen, sämtliche bis dahin lebende Rentner mit finanziellen Mitteln zu versorgen. Und dies nur, weil sie nicht mehr ihrer Krankenkasse auf der Tasche lägen, sondern nur dem Staat, der mit seinen Renten ein schönes Altersdarsein bewerkstelligte.
Die ersten Eingaben sind in den Niederlanden bereits gemacht, zumindest das Rauchverbot an öffentlichen Plätzen wieder aufzuheben. Ja, man denkt sogar daran, das Rauchverbot in den Cafés und Restaurant der Städte ebenfalls zu kippen.
Ok, aber was hat dies mit der Großen Koalition und der Gesundheitsreform zu tun?
Die Antwort liegt auf der Hand. Wenn innerhalb von zehn Jahren nach Einführung eines flächendeckenden Rauchverbots sicher ist, das die Lebenserwartung der Menschen proportional um 10% steigt, ist das momentane Rentensystem (vor allem jenes für Abgeordnete) nicht mehr zu bezahlen, da im gleichen Maße die alkoholbedingten Unfälle abgenommen haben. Wir haben also einen überproportionalen Zuwachs an lebender, nicht mehr zur Arbeit befähigten, Bürger im Land. Und zwar Bürger, die nach der Einführung von Hartz IV jetzt schon bedenkliche Ansprüche gegenüber dem Staat anmelden können.
Als man in der Gesundheitsreform beschloß an der europaweiten Antiraucherkampagne teilzunehmen, hat man wohl diese asoziale Nebenwirkung völlig außer acht gelassen oder sie gar vergessen, das nun die Menschen nicht nur gesünder sind (was einen Abbau der Ärtztekammern nach sich ziehen würde), sondern das sie auch länger leben, aber nicht unbedingt länger arbeitsfähig bleiben. Mit der Teilnahme an der Antiraucherkampagne hat sich also die Bundesrepublik vertreten durch ihre beiden Hauptparteien CDU & SPD eindeutig selbst ins Knie geschossen.
Mal sehen, ob nun eine Petition, die das Rauchen wieder im öffentlichen Raum fordert, Erfolg hat. Wenn ja, wird sich in diesem Land wohl schneller etwas ändern, als manche Leute glauben. Und der Rechtsfaschismus, der von der CDU ausgeht, wird sehr schnell ins Leere laufen. Nämlich der Tag ist nicht mehr fern, an dem der Schoppen Äppelwoi um die Ecke bereits zu einem strafbaren Akt wird.
Nur um es klar zu stellen - die Antiraucherkampagne würde Sinn machen, wenn die Menschen genügend vernünftig bezahlte Arbeitsplätze finden würden und nicht auf Hartz IV angewiesen wären. Da man in Jobs, bei denen man sich sowieso für einen Hungerlohn tot arbeitet, generell keinen Arzt bezahlen kann.
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