Freitag, 15. Februar 2008

Geschichtsrevisionismus auf Neudeutsch

Manchem wird es wohl bis in alle Ewigkeiten anhängen, das er im falschen deutschen Staat geboren wurde. Bei manch anderem fragt man sich echt, ob sie lernfähig sind oder nicht. So stieß ich heute auf das hier:

Doch seit geraumer Zeit wird an der Ehrenrettung der zweiten deutschen Diktatur gearbeitet. Da wird dieser deutsche Staat von Stalins Gnaden zu einer "kommoden Diktatur" (Günter Grass), zu einem mehr oder weniger berechtigten sozialistischen Experiment, schließlich sogar zum "besseren deutschen Staat" umgemodelt. Hätte es die Mauer und die Stasi nicht gegeben - dann hätte man sich im realen Sozialismus doch eigentlich ganz wohl gefühlt, lautet der Subtext solcher Botschaften. Und fröhliche Unterhaltungsfilme wie "Sonnenallee" oder "Good bye Lenin" haben die Idee des "gefühlten Sozialismus" - den es freilich nur im Kino gab - noch heftig verstärkt. Immerhin kam man mit "Das Leben der Anderen" der ebenso tristen wie brutalen Wirklichkeit schon näher - auch wenn sich so ein sympathischer Stasi-Mann wie der von Ulrich Mühe verkörperte Offizier, der seine Opfer schützt, in der DDR wohl nirgendwo nachweisen lässt.

Und muß zugeben,. ich bin schockiert. Der GraSSe Günther schlägt sich hier auf die Seite DER LINKEn und formuliert ein Terrorregime in eine kommode Diktatur um. Das bestimmte Kreise in diesem Land ihren Verstand mit ihrem Mantel an der Garderobe abgeben, war mir nicht neu. Neu war mir nur, das man einem Alt-Nazi solche Definitionen erlaubt, ohne ihn gleich wegzusperren.

Allmählich wird es mir echt zu dumm, wenn ich feststellen muß, das selbst die klügsten Menschen dieses Landes zugeben müssen, das sie nicht intelligenter als andere sind. Im Gegenteil, sie müßten zugeben, das sie dümmer sind.

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