Sonntag, 10. Februar 2008

Freiflugscheine!

Alte Superminister stellen immer ein politisches Kapital als auch ein schweres politisches Erbe dar.
- Unbekannter Verfasser -
Normalerweise würde ich mich über den Loserverein der Mama Sozialdemokratie nicht mehr weiter aufregen. Aber hin und wieder bin ich doch noch negativ überrascht, wie viele Dumpfhirne sich in ener Partei sammeln können. Mit einer Meinung muß ich inzwischen den Konservativen Recht geben. Die Sozialdemokratie ist wirklich zu einem Sammelbecken der politisch unbedarften, aber geschäftlich erfolgreichen geworden.

Der Ex-Superminister und damals von der Parteiführung so hoch gelobte Wolfgang Clement bewies schon in seiner Amtszeit als Superminister, das er keines seiner Worte auf die Goldwaage legte, sondern einfach frei von der Leber weg sprach. Als parteiinterner Kritiker stand er zwar nie richtig auf Oskar Lafontaines Seite, aber den Schröder Gerhard mochte er genauso wenig. Und dies, obwohl jener ihm zum Superminister in seinem ersten Kabinett berief.

Inzwischen steht fest, das dieses Ausschlußverfahren, das der Unterbezirk Bochum für ihn geplant hatte, nicht einmal von 30% aller Mitglieder mitgetragen wird. Also wird Clement bis auf weiteres nicht nur Aufsichtsrat bei der RWE Power AG, sondern auch Parteimitglied bei der SPD, bleiben.

Im Klartext heißt dies, selbst wenn nun Frau Ypsilanti im April doch noch als Ministerpräsidentin gewählt und nicht gesimonist wird, die beiden Blöcke des Atomkraftwerkes Biblis (A & B) am Netz bleiben werden. Da ich mir nicht vorstellen kann, diese Kraftwerke jemals ausgeschaltet zu erleben, vor allem dann nicht, wenn Block A gerade dieses Wochenende wieder ans Netz ging, wie die FR ganz leise heute Nacht vermeldete.

Mir würde es nichts ausmachen, wenn Wolfgang Clement doch noch sein Parteiausschlußverfahren erhielte. Andererseits müßte dann der gesamte Ortsverein meiner eigenen Gemeinde hier ungefähr neun Mitglieder seines Ortsvereinsvorstandes wegen der gleichen politischen Untragbarkeit ebenfalls mit einem Parteiausschlußverfahren beglücken und aus der Partei werfen. Aber mal schauen, vielleicht verteilt Herr Kurt Beck demnächst entsprechende politische Freiflugscheine - ohne Wiederkehr. Clement ist nur das krasseste Beispiel, wie ein Anhänger der Mama Sozialdemokratie wirklich denkt. Und so viel (Neo)Liberalität ist selbst für einen gestandenen Sozialisten zuviel.

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