Dienstag, 12. Februar 2008

Alles wieder auf Anfang?

Landtagswahlen sind etwas schreckliches.
Landtagswahlen sind wie Pralinenschachteln, man weiß nach dem Öffnen nie genau, was man am Ende kriegt. So oder so ähnlich muß sich nun der hessische Bürger fühlen. Niemand hat der FDP die Regierungsvollmacht oder die Teilhabe an einer Regierung erteilt. Genauso wenig wieder CDU unter dem abgewählten Ministerpräsidenten Roland Koch. Dennoch scheinen beide Parteien darauf zu beharren, das es doch genauso sei!

Eine Ampelkoalition von SPD, FDP und Grünen wird es in Hessen nicht geben. Das hat der Landesvorsitzende der FDP, Jörg-Uwe Hahn, vor dem Sondierungsgespräch mit SPD-Chefin Andrea Ypsilanti bekräftigt, zu dem beide am Dienstag zusammentreffen.

Das der hiesige FDP-Landes- und Fraktionschef sich nun fast genau an die Anweisungen seines Parteioberen Guido Westerwelle hält, ist selbst für die viel gescholtene FDP einmal etwas Neues. Die Freien Liberalen Hessens waren schon immer für Überraschungen gut. Dieses Mal zeigen sie eindeutig, das sie selbst mit einem unbekannten, namenlosen Gesicht durchaus Profil und Grazie beweisen können. Ein für die FDP ungewohntes Bild. Stürzte doch der eigentliche Parteimacher mit seinem Fallschirm einst tödlich ab.

Nun zeigt sich, wer ein wahrer Hesse ist., Frau Ypsilanti hat hierbei mit einem wirklich ernsthaften Problem zu kämpfen, da sie immer noch gesimonist werden kann. Auch jene gehört der SPD an und auch jene gewann eigentlich eine Landtagswahl. Aber weil jemand im Landtag damals entweder nicht richtig zählen oder sie nicht leiden konnte, kam es zu ihrer Ablösung durch Christian Wulff von der CDU. Der dann im vierten Wahlgang direkt zum Ministerpräsidenten von Niedersachsen gewählt wurde. Frau Ypsilanti droht ein ähnliches Schicksal, aber sie hat sich vorher nicht bei der Unicef für die nun vakante Stelle der bundesweiten Geschäftsführerin beworben oder dort gar ehrenamtliche Tätigkeiten kostenfrei geleistet.

"Ich erkläre gerne Frau Ypsilanti, warum wir eine Koalition ausschließen", sagte Hahn der FR. Er glaube aber nicht, dass das nach den öffentlichen Stellungnahmen der vergangenen Tage noch erforderlich sei. Wenn es in dem Gespräch nur um die Koalitionsfrage gehen würde, "dann wären wir in drei Minuten fertig", fügte Hahn hinzu. Man habe anderes zu bereden. Etwa die Frage, in welchem Stil man im neuen Landtag miteinander umgehen wolle.

Der hessische Landtag jedoch war schon vor 25 Jahren für einige Gemeinheiten gut. Damals, als die Grünen/B90 hier einzogen, wollte auch niemand mit den Schmuddelkindern spielen, da ihre Turnschuh tragenden Vertreter lieber während der öffentlichen Sitzungszeiten strickten oder häkelten, weil von den Granden der alteingesessenen Volksparteien nur mehr heiße Luft kam und man auf kalte Tage eingerichtet sein wollte.

Ich kann die Entscheidung der FDP sogar direkt nachvollziehen, was es für mich nicht einfacher machen wird, zukünftig entsprechend mit dieser Partei umzugehen. Die Liberalen waren schon immer als Umfaller berühmt und wenn sie jetzt schon Pläne schmieden, wie sie trotz alle dem mit DER LINKEN überparlamentarisch zusammen arbeiten können, wird mir regelrecht schwarz vor Augen. Das sie DIE LINKE dabei unterrichten wollen, wie man sich richtig im Landtag verhält, kann also ehrlich bezweifelt werden, da nicht einmal die Grünen/B90 vor 25 Jahren eine ähnliche Unterstützung von Seitens der Windfahne zu bemerken war.

Man darf also gespannt sein. Ansonsten bliebe Ministerpräsident a.D. Roland Koch nur noch eine mögliche Drohung, um doch noch die Macht im Lande zu erringen: NEUWAHLEN! Und die Wahrscheinlichkeit, das er etwas in dieser Form durchziehen wird, steigt von Tag zu Tag, an denen keinerlei Einigung der Parteien untereinander möglich ist.

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